Vielleicht betrachtest du die Tech-Branche momentan von aussen und fragst dich: „Passt das wirklich zu mir? Habe ich das richtige Profil? Ist es nicht zu spät für einen kompletten Neuanfang?“ Diese Zweifel sind verständlich, doch sie basieren oft auf einem veralteten Bild der Informatik. Die Realität sieht heute anders aus: Die IT sucht nicht nach Einheitsprofilen, sondern nach Persönlichkeiten, die Probleme lösen und Brücken bauen können.
Das Beispiel von Fiona Jakob zeigt eindrücklich, wie kraftvoll ein individueller Karriereweg sein kann.
Vom Pflegeberuf zur IT-Spezialistin
Fiona Jakob startete ihre Laufbahn nicht mit Programmierkursen, sondern als gelernte Pflegefachfrau HF. Ihr Weg in die Technologie führte über die Praxis: Als Projektleiterin bei einem Softwareentwickler für das Gesundheitswesen merkte sie, dass sie die Funktionsweise der Applikation vertieft verstehen wollte und dafür mehr Informatik-Knowhow benötigte. Dieser Erkenntnis folgte der Schritt zur Weiterbildung als Wirtschaftsinformatikerin HF.
Heute ist Fiona stellvertretende Teamleiterin im Application Management bei HOCH Health Ostschweiz. Ihr Team betreut über 100 Applikationen, von denen einige rund um die Uhr verfügbar sein müssen. Was sie antreibt, ist die Faszination für Prozesse und die Suche nach technischen Lösungen, die diese optimieren. „Wie eine Applikation funktioniert und wie sie sich in die gesamte Enterprise-Architektur einfügt, das fordert und motiviert mich jeden Tag aufs Neue“, so Fiona.
Dein Hintergrund ist kein Hindernis, sondern deine Stärke
Was Fionas Geschichte besonders macht, ist nicht nur der Branchenwechsel, sondern wie sie ihre Vergangenheit integriert. In ihrer Rolle ist sie die Schnittstelle zwischen dem Fachbereich und der Technik. „Wir müssen beide Sprachen beherrschen“, erklärt sie. Genau hier wird ihr Pflegehintergrund zum entscheidenden Vorteil: Durch ihr tiefes Verständnis der Bedürfnisse der Nutzenden trägt sie wesentlich zum Business Enabling bei.
Für dich bedeutet das: Dein bisheriger Berufsweg ist keine Sackgasse, sondern ein Fundament. Ob du aus dem Gesundheitswesen, der Bildung, dem Marketing oder der Gastronomie kommst – du bringst eine Perspektive mit, die in der Tech-Welt dringend benötigt wird. Vielfalt an Erfahrungen führt zu besseren Produkten und robusteren Systemen.
Ein Weg, der sich deinem Leben anpasst
Ein häufiges Bedenken beim Einstieg in die IT ist die Vereinbarkeit mit dem Privatleben. Fiona beweist, dass anspruchsvolle Tech-Rollen und Familie kein Widerspruch sind. Seit einem Jahr ist sie Mutter und übt ihre Führungsrolle mit einem 60%-Pensum aus. Die Tech-Branche hat erkannt, dass Flexibilität kein Hindernis für Leistung ist, sondern oft erst die Voraussetzung für hochengagierte Mitarbeitende schafft.
Wage den ersten Schritt
Fionas Weg war nicht linear geplant. Er entstand aus Neugier, dem Mut zur Weiterbildung und der Bereitschaft, Neues zu wagen. Genau dieser Geist lebt auch an Schulen wie 42 Zürich. Hier zählt nicht dein vorheriger Abschluss, sondern deine Motivation, dir Wissen selbstständig anzueignen und gemeinsam mit anderen Lösungen zu entwickeln.
Es gibt keinen „perfekten“ Zeitpunkt und kein „richtiges“ Alter, um in die Informatik einzusteigen. Es gibt nur den Moment, in dem du entscheidest, es zu versuchen. Lass dich von Fionas Geschichte inspirieren, deinen eigenen, individuellen Pfad zu gehen. Die Tech-Branche braucht genau deine Sichtweise.
Wage es. Dein Weg beginnt jetzt.
Über Fiona Jakob
Fiona ist stellvertretende Teamleiterin im Application Management bei HOCH Health Ostschweiz und Mutter.
Das Interview führte Corina Schedler
Dieses Porträt erscheint auf dem Blog von 42 Zürich im Rahmen des Projekts «Gleichstellung in der Informatik-Ausbildung» zusammen mit dem Eidgenössischen Büro für Gleichstellung.

