Von der Werbung zu AI – 42 Alumna Eva Przybyla’s

Die Stille der Schweizer Alpen stand in krassem Gegensatz zum Trubel der Amsterdamer Werbewelt, als Eva Przybyla 2023 in Lausanne ankam. Ein Jahrzehnt lang hatte sie als Art Director und Creative Lead Kampagnen für globale Marken wie Adidas, Reebok und McDonald’s gestaltet. Sie wusste, wie man Dinge schön gestaltet. Doch ihr wurde klar: Schönheit ohne Funktion ist nur Kunst. Und Kunst muss, im besten Fall, dem Menschen hinter dem Bildschirm dienen.

„Ich wollte das ‚Wie‘ hinter dem ‚Was‘ verstehen. Ich wollte die Dinge bauen, die ich entworfen habe.“

Der Prozess des Verlernens: Von der Gewissheit zum Anfängergeist

Der Übergang von einem Jahrzehnt in kreativer Führungsposition hin zu einem Informatikstudium bei 42 Lausanne war eine demütigende Erfahrung. In ihrem früheren Leben verfügte Eva über Selbstvertrauen, Erfahrung und eine klare Identität. In ihrem neuen Leben war sie eine Anfängerin.

„Früher fiel es mir viel leichter, bei Hackathons als Designerin mitzuwirken“, gibt sie zu. „Ich hatte zehn Jahre Erfahrung. Jetzt, als Programmiererin, ist es für mich das absolute erste Mal. Es ist schwieriger, aber ich lerne mehr.“

Bei 42 gibt es keine Lehrpersonen – nur Mitstudierende. Der Erfolg hängt von der Zusammenarbeit ab, und Eva blühte in diesem Umfeld richtig auf.

„Es ist einfach grossartig, mit Menschen mit so unterschiedlichen Hintergründen zusammenzuarbeiten. Wir haben alle unterschiedliche Fachgebiete und unterschiedliche Erfahrungen. Wir müssen alle voneinander lernen.“

Für Eva ist diese Vielfalt das Herzstück der 42-Erfahrung. Ob beim Debuggen eines komplexen Algorithmus oder bei der Diskussion über die Ethik der KI – der ständige Austausch von Ideen ist der Ort, an dem das eigentliche Lernen stattfindet. Sie lernt nicht nur Syntax, sondern auch, menschliche Bedürfnisse in technische Realität umzusetzen.

Bei 42 hängt der Erfolg von der Zusammenarbeit ab.

Eva entschied sich für die Schule 42 Lausanne, weil er so flexibel war. Sie hatte vor, ihr eigenes Designstudio zu eröffnen, und wollte ihre Fähigkeiten erweitern, ohne sich auf einen starren Zeitplan festlegen zu müssen.

„42 hat mir viel mehr Flexibilität geboten als der Besuch einer anderen Universität. Und es hat gegenüber Online-Universitäten den Vorteil, dass man sich persönlich mit anderen trifft. Man schliesst Freundschaften.

Ich habe meinen Partner bei 42 kennengelernt.

Bei ihrer Reise ging es nicht nur um Programmieren – es ging auch um Gemeinschaft. „Ohne 42 würde ich hier niemanden kennen. Es waren Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen und unterschiedlichen Alters dabei.

Ich studierte nicht in einer Gruppe von 18-Jährigen. Es gab Leute, die in meinem Alter waren, und das war toll.

Von der Kunst zur agentenbasierten KI

Evas Hintergrund als Designerin und ihre neu erworbenen technischen Fähigkeiten machten sie zur perfekten Besetzung für hybride Rollen – die Jobs der Zukunft. „Ich liebe es, Nutzerprobleme sowohl mit Kreativität als auch mit Code anzugehen. Mit über 10 Jahren Erfahrung in der Entwicklung menschenzentrierter digitaler Lösungen freue ich mich darauf, meine Kombination aus Design- und Technikkenntnissen in ein Team einzubringen, das beides schätzt.“

Bei Scholé AI, einer der EPFL angegliederten Plattform für agentisches Lernen, arbeitet Eva als Creative Brand Strategist für KI-Produkte und hat sich auf UX, Frontend, Markenführung und Kreativleitung spezialisiert. Da es sich um ein Start-up handelt, hat sie in ihrem Job viele verschiedene Aufgaben zu bewältigen: Sie beschäftigt sich mit Design Engineering, programmiert das Produkt, entwickelt KI-Workflows und nutzt Code, um Software, Landingpages oder E-Mails zu erstellen.

Ihr Abschlussprojekt bei 42? Ein KI-Modell darauf trainieren, Punkmusik zu spielen. „Ich wollte verstehen, wie KI unter der Haube funktioniert. Mittlerweile setze ich KI für Arbeitsabläufe in jedem Bereich meiner Arbeit ein – von der Strategie über die Benutzererfahrung bis hin zur Programmierung.“

Der Hackathon: Eine Bewährungsprobe für die Belastbarkeit

Im Mai 2025 nahm Eva an einem Hackathon teil, den 42 Lausanne für die Universität St. Gallen organisiert hatte. Es war ihr erster Hackathon als Programmiererin.

Die Herausforderung war gewaltig: Zwei Tage, um funktionsfähige Prototypen für sechs Start-ups zu entwickeln. Evas Team, eine Mischung aus Tech-Talenten und Unternehmern, arbeitete mit höchster Konzentration. Sie entwickelten Lösungen von Grund auf neu und arbeiteten dabei mit Technologien, mit denen sie zuvor noch nie zu tun gehabt hatten.

„Es ist eine großartige Lernerfahrung. Ich kann dabei viel lernen“, sagt sie. Das Ergebnis? Eine Reihe beeindruckender Präsentationen, die nicht nur den Code, sondern auch die Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit von 42 Studierenden unter Beweis stellten. „Unter Druck haben wir professionelle, menschenzentrierte Lösungen geliefert.“

Warum 42 vielleicht dein Berg sein könnte

Evas Geschichte ist eine Einladung an alle, die den Sprung in die Tech-Branche in Erwägung ziehen. Sie verspricht nicht, dass der Weg einfach sein wird. Aber sie hebt die Freude am Entdecken, die Kraft der Zusammenarbeit und den Wert einer unterstützenden Gemeinschaft hervor.

„Es gibt einfachere Wege als die Berge. Aber ich habe die Berge schon immer geliebt.“

Wenn du auf der Suche nach einem Ort sind, an dem:

  • Deine bisherigen Erfahrungen werden wertgeschätzt
  • Man lernt durch praktisches Tun
  • Im Mittelpunkt steht die Entwicklung echter, menschenzentrierter Lösungen
  • Du kannst dich in Ihrem eigenen Tempo weiterbilden – in einer vielfältigen, unterstützenden Gemeinschaft

…dann könnte 42 Zürich genau die richtige Schule für dich sein.

Mach mit bei der Bewegung

42 Zurich nimmt ab sofort Bewerbungen entgegen.

Egal, ob du Designer bist, einen Karrierewechsel anstrebst oder einfach nur gerne Neues lernst. Let’s go!


Dieses Interview ist Teil des Projektes Gleichstellung in der Informatik-Ausbildung, unterstützt durch das EBG.