IT-Ausbildung anders: 40% Frauen im Auswahlverfahren bei 42 Zürich

Zürich, 30.09.2026 – Bei 42 Zürich, dem gemeinnützigen Bildungscampus in Zürich, ist das erste Auswahlverfahren für ihre kostenfreie IT-Ausbildung gestartet. 107 Teilnehmende wollen sich einen Platz sichern. 40 Prozent der Teilnehmenden sind Frauen, ein Wert, den die klassische Informatikausbildung in der Schweiz nicht annähernd erreicht. 

Ab ins kalte Wasser hiess es Mitte September für 107 IT-Interessierte. In der sogenannten Piscine, dem vierwöchigen Zulassungsverfahren von 42 Zürich, tauchen die Teilnehmenden in die Grundlagen des Programmierens ein. 

Für die Zulassung zählen weder Vornoten noch ein bestimmter Bildungsweg. Vorkenntnisse im Programmieren sind nicht erforderlich. Ohne Vorlesungen und Lehrkräfte lösen die Teilnehmenden Aufgaben in der Programmiersprache C und arbeiten in einer Unix-Umgebung. Im Zentrum stehen Motivation, Teamfähigkeit und die Bereitschaft zum Peer-to-Peer-Lernen. 

40% Prozent Frauen Teilnehmende: ein starkes Signal, IT-Ausbildung neu zu gestalten

Mit einem Frauenanteil von 40 Prozent in der ersten Piscine setzt 42 Zürich einen Kontrapunkt zur Schweizer IT-Bildungslandschaft. 42 Zürich sieht einen Grund dafür im eigenen Zulassungs- und Ausbildungsmodell. Formale Bildungsabschlüsse und Noten sind für die Aufnahme nicht ausschlaggebend. Entscheidend sind Motivation, Lernfähigkeit und Teamgeist. Die Ausbildung ist projektbasiert, nutzt Gamification-Elemente und setzt auf Peer-to-Peer-Lernen, ganz ohne Hierarchien. Die Studierenden unterstützen sich gegenseitig und bauen ihr Wissen gemeinsam auf. Studien zeigen, dass Lernmodelle mit weniger Notenvergleich und Konkurrenzdruck den Zugang zu MINT-Fächern erleichtern. Das Angebot richtet sich zudem ausdrücklich an Berufstätige und Menschen mit Care-Aufgaben, die sich beruflich neu orientieren wollen und Flexibilität suchen. Der Lern-Campus trägt dem Rechnung und ist rund um die Uhr geöffnet.  

Cristina Bucher, CEO von 42 Zürich, sagt: „Wenn vier von zehn Teilnehmenden Frauen sind, zeigt das: Es fehlt nicht an Frauen mit Interesse und Talent für Technologie. Entscheidend ist, welche Zugänge wir schaffen und wie wir Lernen gestalten. Gerade mit KI brauchen wir Menschen, die selbstständig lernen, sich schnell in neue Themen einarbeiten und gemeinsam Lösungen finden können. Dafür sind Neugier und Lernfähigkeit oft wichtiger als ein geradliniger Bildungsweg.“ 

Win-win für Teilnehmende und Wirtschaft 

Wer die Piscine erfolgreich abschliesst, startet im Januar 2027 in den ersten Ausbildungsgang von 42 Zürich. Die Ausbildung dauert zwölf bis 24 Monate. Sie beginnt mit Grundlagen in Programmierung und IT-Systemen und führt über Praxisprojekte bis hin zur Architektur autonomer Systeme. Spezialisierungen wie Cybersecurity wählen die Studierenden selbst. KI ist fest im Curriculum verankert. 

Die Erfahrungen aus dem internationalen 42-Netzwerk zeigen: 93 Prozent der Absolventinnen und Absolventen finden im Anschluss direkt eine Stelle. Für Unternehmen eröffnet 42 einen zusätzlichen Zugang zu qualifizierten IT-Fachkräften und bietet Innovationsimpulse. Besonderen Anklang finden derzeit die von 42 angebotenen AI Innovation Labs und Hackathons. Unternehmen bringen individuelle Fragestellungen ein und entwickeln gemeinsam mit den Studierenden innert zwei Tagen funktionsfähige Prototypen. Gerade in Zeiten von KI lassen sich neue Anwendungen so agil und ohne monatelange Vorabklärungen auf Machbarkeit und wirtschaftliches Potenzial prüfen. Häufig münden die Projekte in Praktika, in denen die Studierenden die entwickelten Lösungen im Unternehmen weiterentwickeln und implementieren. 

Steve Vaquin, Prozessverantwortlicher für den Fachbereich Technologie bei der Groupe Mutuel, sagt: „42 bringt Unternehmen Talente, die fachlich stark sind und zugleich Resilienz, Eigeninitiative und Teamgeist mitbringen. Sie nehmen Feedback an, bringen neue Perspektiven ein und sind schnell im Team integriert. Mein Rat an Unternehmen: Wagt es und vertraut auf die Talente von 42.“ 

Zitate zur Nutzung:

„Klassische Bildungswege stossen in der sich rasant verändernden Technologiewelt oft an ihre Grenzen. 42 Zürich bricht diese Strukturen mit ihrem praxisnahen und niederschwelligen Konzept auf – ein zukunftsweisender Ansatz, den wir als Stiftung mit Überzeugung unterstützen, um die digitale Transformation in der Schweiz inklusiver und dynamischer zu gestalten.» 

Sibylle Feltrin Ilar, Geschäftsführerin Asuera Stiftung 

„42 hat mir innerhalb von nur neun Monaten das Fundament für meinen Einstieg in die IT gelegt. Ich habe gelernt, komplexe Softwareprojekte zu meistern – mit vollem Fokus und in meinem ganz eigenen Rhythmus. Die anspruchsvollen Aufgaben, das gegenseitige Lernen und die rigorosen Code-Reviews prägen mich bis heute. 42 vermittelt weit mehr als technisches Know-how: Ich habe gelernt, mich in komplexen Umgebungen schnell zu orientieren und eigenständig tragfähige Lösungen zu finden.“

Ralf Weber, Software Engineer bei RIVR und Alumnus von 42 

„Ich habe mich bei 42 Zürich beworben, um meinen akademischen und beruflichen Hintergrund praxisnah zu erweitern und meine Programmierkenntnisse zu vertiefen. Das Peer Learning, der iterative Ansatz und die Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen fördern nicht nur meine technischen Fähigkeiten, sondern auch meine persönliche Entwicklung. Bei meinen ersten Programmieraufgaben hatte ich buchstäblich das Gefühl, dass in meinem Gehirn neue neuronale Verbindungen entstehen.“ 

Isabella Torres-Revelo, AI Biomedical Engineer und Doktorandin der Universität Bern

„Während meines Modedesign-Studiums bin ich in die IT gerutscht und seither als Quereinsteigerin in der Branche tätig – vom Support bis zum Projektmanagement, mit vielen Zertifikaten, jedoch ohne offizielles Diplom. Bei 42 kann ich dies schnell und selbstständig nachholen, ohne jahrelang an fixe Schulzeiten gebunden zu sein: eine Flexibilität die ich als ehemalige digitale Nomadin und als Autodidaktin mit einem vielseitigen Leben brauche.» 

Salma Alaoui, Projektmanagerin in agilen IT-Projekten  

„Wir sind als Familie viel umgezogen, zuletzt war ich in Norwegen in der Schule. Statt ein 10.Schuljahr oder das Gymi zu absolvieren, steige ich nun bei 42 Zürich ein. Die andere Art zu lernen, spricht mich sehr an.ngen fördern nicht nur meine technischen Fähigkeiten, sondern auch meine persönliche Entwicklung. Bei meinen ersten Programmieraufgaben hatte ich buchstäblich das Gefühl, dass in meinem Gehirn neue neuronale Verbindungen entstehen.“ 

Maximilian, jüngster Teilnehmer der ersten Piscine 

Über 42 Zürich 

42 Zürich ist der neue Deutschschweizer Campus von 42 Switzerland und Teil des internationalen 42 Network. Der gemeinnützige Campus bietet eine kostenfreie, projektbasierte digitale Ausbildung für Erwachsene ab 18 Jahren, ohne formale Bildungsabschlüsse. Gelernt wird durch reale Projekte, Zusammenarbeit unter Peers, Gamification und selbstbestimmten Fortschritt. 42 Zürich will neue Wege in Technologieberufe öffnen, die lokale Talentbasis der Schweiz stärken und Vielfalt und Inklusion im Technologiesektor fördern. 

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