«Technologie ist weit mehr als Programmieren – sie verändert die Art, wie wir arbeiten.»
Vor zehn Jahren hätte wohl niemand vorhergesagt, dass Laura Gedrat einmal in der Tech-Branche zu Hause sein würde – sie selbst am allerwenigsten. Damals war sie tief in der Hotellerie und im Dienstleistungssektor verwurzelt. Technologie gehörte zu ihrem Arbeitsalltag, doch dass sie einmal im Zentrum ihrer Karriere stehen würde, war für sie schlicht unvorstellbar. Im Rückblick zeigt sich: Genau dieser unwahrscheinliche Weg war der richtige. Das Beispiel von ihr zeigt, wie Frauen in der Tech-Branche heute Fuss fassen können.
Ein Weg, der in der Gastronomie begann
Lauras berufliche Reise startete vor über zwölf Jahren in der Gastronomie. Schon als Kind faszinierten sie Gastfreundschaft, Lebensmittel und die gesamte Hospitality-Welt. Sie arbeitete sich durch nahezu alle Bereiche – vom Service über die Bar und das Catering bis in die Küche. Parallel dazu absolvierte sie berufsbegleitend ein Studium der Betriebswirtschaftslehre und entwickelte sich Schritt für Schritt in Richtung Management, bis sie schliesslich im Hotelmanagement Verantwortung für organisatorische und administrative Bereiche übernahm.
Diese Jahre prägten sie nachhaltig. Sie lehrten sie, wie entscheidend Prozesse, Menschenführung und wirtschaftliches Denken sind – Fähigkeiten, die sich später als ebenso wertvoll in der Technologiebranche erweisen sollten. Danach führte sie ihr Weg in die Start-up-Welt, wo sie Verantwortung für Sales und Marketing übernahm, bevor sie vor vier Jahren den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit wagte.
Kein Sprung, sondern ein schleichender Prozess
Der Wechsel in die Tech-Welt kam nicht über Nacht. Vor rund sechs Jahren nahm die Digitalisierung spürbar Fahrt auf, während Social Media enorm an Bedeutung gewann und völlig neue Möglichkeiten für Unternehmen eröffnete. Laura begann sich zunehmend dafür zu interessieren, wie Technologie Geschäftsmodelle verändert und welche Chancen dadurch entstehen.
Schon während ihres BWL-Studiums arbeitete sie mit verschiedenen digitalen Managementsystemen. Kurz darauf absolvierte sie zusätzlich ein CAS im Bereich IT in München – für sie der eigentliche Wendepunkt. Von diesem Moment an wollte sie Technologie nicht mehr nur nutzen, sondern verstehen, wie sie funktioniert und wie Unternehmen sie strategisch mit Marketing verbinden können.
Technologie als Werkzeug, nicht als Selbstzweck
Viele denken bei «Tech» sofort ans Programmieren. Für Laura bedeutet Technologie jedoch weit mehr als Softwareentwicklung. Sie bewegt sich an der Schnittstelle von Marketing, Kommunikation und IT – Bereiche, die sich heute kaum noch trennen lassen. Modernes Marketing funktioniert ohne Technologie nicht, und selbst die beste Technologie entfaltet ihren Mehrwert erst, wenn sie Menschen erreicht und verständlich kommuniziert wird.
Automatisierungen, künstliche Intelligenz, CRM-Systeme, Workflows, Integrationen und digitale Prozesse gehören für sie ganz selbstverständlich zum Arbeitsalltag. Technologie ist für sie kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das Unternehmen effizienter macht und Menschen dabei unterstützt, sich auf die wirklich wertschöpfenden Aufgaben zu konzentrieren.
Als Frau in der Tech-Branche: sich Gehör verschaffen
Als Frau in der Technologiebranche stand Laura vor einer besonderen Herausforderung: sich Gehör zu verschaffen. Gerade zu Beginn war sie auf Veranstaltungen, in Meetings und bei Networking-Events häufig die einzige Frau im Raum. Das bedeutete nicht automatisch schlechtere Behandlung – doch oft hatte sie das Gefühl, sich stärker beweisen zu müssen als ihre männlichen Kollegen. Sie wurde häufiger hinterfragt, musste ihre Kompetenz öfter erklären und spürte manchmal, dass ihren Aussagen weniger Vertrauen entgegengebracht wurde als denen eines Mannes in vergleichbarer Position.
Mit der Zeit lernte sie, klar aufzutreten, Grenzen zu setzen und der eigenen Expertise zu vertrauen. Heute weiss sie: Kompetenz hängt nicht vom Geschlecht ab, sondern von Wissen, Erfahrung und der Bereitschaft, kontinuierlich zu lernen.
Von Deutschland und der Schweiz über Istanbul nach Dubai
Seit rund sechs Jahren arbeitet Laura an der Schnittstelle von Technologie, Marketing und Digitalisierung. Vor fast vier Jahren wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Was zunächst mit Projekten in Deutschland und der Schweiz begann, hat sich inzwischen zu einem international tätigen Unternehmen entwickelt. Heute betreut sie Kundinnen und Kunden aus verschiedenen Ländern und hat ihr Unternehmen zusätzlich in Dubai aufgebaut.
Besonders fasziniert sie, wie rasant sich die Branche verändert: Die Systeme und Technologien, mit denen sie vor vier Jahren arbeitete, unterscheiden sich grundlegend von den Möglichkeiten, die heute – insbesondere durch künstliche Intelligenz – zur Verfügung stehen. Genau diese Dynamik macht die Technologiebranche für sie so spannend: Man lernt nie aus.
Ihr Rat an andere Frauen
Wer überlegt, in die Technologiebranche oder in die Selbständigkeit einzusteigen, bekommt von Laura einen klaren Rat: Einfach machen.
Sie weiss, dass der Einstieg einschüchternd wirken kann – besonders dann, wenn man häufig die einzige Frau im Raum ist oder kaum weibliche Vorbilder sieht. Doch genau deshalb braucht die Branche mehr Frauen, die diesen Schritt wagen. Niemand startet als Expertin. Jede Karriere beginnt mit dem ersten Schritt – und selbst wenn sich ein Weg später als nicht passend erweist, gewinnt man wertvolle Erfahrungen. Das Schlimmste, was passieren kann: Man kehrt in den bisherigen Beruf zurück. Dort war man ohnehin schon.
Ihr Wunsch: dass mehr Frauen den Mut finden, ihre Komfortzone zu verlassen. Denn Technologie lebt von unterschiedlichen Perspektiven – und genau diese Vielfalt braucht es, um die Innovationen von morgen zu gestalten.
Laura Gedrat
Laura Gedrat ist Gründerin einer Agentur für Kommunikation und IT-Dienstleistungen, die Unternehmen an der Schnittstelle von Marketing, Technologie und Digitalisierung begleitet.
Ihr Kundenportfolio erstreckt sich über den gesamten DACH-Raum sowie die Golfregion und vereint spannende Marken und Organisationen aus unterschiedlichsten Branchen.
Mit ihrem Team bei Grow Group unterstützt sie Unternehmen dabei, moderne Technologien – von CRM-Systemen über Automatisierungen bis hin zu künstlicher Intelligenz – strategisch und wirkungsvoll einzusetzen.
Neben ihrer Arbeit setzt sie sich für Social-Media Prävention für Kinder und Jugendliche ehrenamtlich ein.


